SUNDAYMIST

we, but blurred

Am Morgen wache ich mit einer Hand auf der freien Luftmatratze auf, als hätte ich gerade erst in die Leere zwischen mir und den anderen gegriffen. read more

E.T. on a boat

Endlos viele Jahre Freundschaft und diverse Liter Tequila bringen diese Fragen unweigerlich mit sich, außerdem ist sie im Gegensatz zu mir nicht nur eine kurzweilige Silhouette im Leben anderer. read more

fireworks and death

cn: suizid.

Der Himmel zwischen den Jahren war grau und wolkenverhangen. Es war keine einzige Rakete zu sehen – keine Lichter, keine Farben. Aber da war Lärm und der Geruch von Rauch. Vielleicht war es genauso laut, wie in allen Jahren zuvor. Jeder Knall zerriss die Luft, jede Explosion ließ Körper zusammenfahren und Köpfe zucken. Irgendwo kreischte eine Sirene, und selbst bei geschlossenem Fenster konnte man Kirchenglocken aus zwei verschiedenen Richtungen hören. read more

this one is about survival.

Und dann, jedes Mal, bevor ich den Stuhl zurückschiebe, das Sprechzimmer verlasse und mir am Empfang eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geben lasse, fragt sie, ob sie noch etwas für mich tun könne. Ob ich noch Fragen hätte. Hab ich. Einen Haufen. Und in der Essenz nur eine einzige:
Wie überlebt man – wenn man überlebt hat? read more

ruhe versus stille

Wenn um einen herum die Stadt so zum Erliegen gekommen ist, dass Ampeln kaum noch eine Rolle spielen, Autos nicht mehr stattfinden und sich die Luft ungehindert durch die Straßen bewegen kann. Ich mag Stille nicht mehr hören können, dafür kann ich sie umso besser spüren. Genau das, dieser Moment, ist der perfekte Gegenpol zu Aufruhr, Menschenmenge und Lautstärke. read more

meer minus du

Ich ziehe mir Schuhe und Socken im Gehen aus, versinke bis zu den Knöcheln im Sand und habe keine Zeit mehr, meine Hosenbeine hochzukrempeln. Gischt und Wasser und Wellen und Kälte. Ich lache und lache und lache. Wir sind die einzigen Menschen weit und breit. Niemand sieht uns zu, während wir durch das knietiefe Wasser springen und uns benehmen wie Kinder. read more

I’m tired of lists

He’s making a list and checking it twice
Gonna find out who’s naughty and nice
Santa Claus is comin‘ to town read more

I will break every fucking clock

Hätte ich ein besseres Konzept von Zeit, dann wäre es für uns immer nur fast zu spät gewesen. Wir hätten immer noch ein bisschen Zeit übrig – ich würde ohne Retrospektive und Konjunktiv auskommen. Ich hätte dir gesagt, was ich hätte sagen müssen, statt zu beobachten, wie du dich in jeden meiner Texte schleichst. read more

Liebe dich für immer, aber

Ich lebe in einem Dorf mit 582.760 Einwohnern und dieses Gefühl, das für andere vermutlich Heimat ist, beklemmt mich, wenn ich zu lang darüber nachdenke, so sehr, dass mir die Luft wegbleibt. Deswegen träume ich vom Gehen. read more

Is this rock bottom already?

Jedenfalls sagte eine Freundin letztens, dass sie beim Abhören meiner Sprachnachricht Tränen in den Augen hatte. Ich hatte so etwas wie eine amüsante Anekdote aus dem Leben einer Isolierten erzählen wollen. Etwa so: Ich hab meine Topfpflanzen nach den Mitgliedern der Backstreet Boys benannt. Oder: Wenn ich abends den Abwasch erledige, beantworte ich immer imaginäre Interviewfragen. Doch gesagt hatte ich: read more

Hundeherz

Ich schreibe: Du erinnerst mich an Wien. Ich sehe dein blondes Haar in Kaffeehäusern, höre deine schnippische Art zwischen dem Wiener Akzent. Wie kann es sein, dass mich ein Mensch an eine Stadt erinnert. read more

03:20 am

Es riecht nach Sommer und Hitze und den Gewittern, die den Himmel in nicht allzu ferner Zukunft erschüttern werden. Gedämpfter Straßenlärm. Vereinzelte Autos. Murmelnde Gespräche, die Sagenden zu weit weg, als dass man ihren Anlass verstehen würde. read more